Ein Beruf, ein Knoten: wie CVCoach öffentliche Arbeitsmarktdaten verbindet
CVCoach verknüpft öffentliche Schweizer Arbeitsmarktdaten (BFS, SECO, ESCO) über einen zentralen Ontologie-Kern. Statt unterschiedlicher Systematiken führt das Modell 4'634 Berufstitel auf 1'324 standardisierte Berufe zurück. Aus diesem Kern speisen sich drei synchronisierte Datenbanken für Löhne, Fähigkeitsgraphen und KI-gestützte Lebenslauf-Vergleiche. In acht Schritten entstehen so deterministische, datenbasierte Berichte mit zwölf präzisen Messungen – völlig ohne halluzinierte KI-Werte.

Die Ausgangsfrage
Wer seine berufliche Laufbahn neu ausrichten will, stellt meist eine einfache Frage: Welche Berufe stehen mir offen, ausgehend von dem, was ich heute kann und mache? Die Daten, mit denen sich diese Frage beantworten liesse, sind in der Schweiz zu einem grossen Teil öffentlich. Das Bundesamt für Statistik (BFS) erhebt mit der Lohnstrukturerhebung die Löhne, das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) führt im Job-Room die Stelleninserate, und die europäische Klassifikation ESCO beschreibt Berufe und die dazugehörigen Fähigkeiten. Hinzu kommen Daten der KOF an der ETH, von Eurostat und aus der amerikanischen Berufsdatenbank O*NET sowie der Fachkräftemangel-Index von Adecco und der Universität Zürich.
Die Schwierigkeit liegt nicht in der Verfügbarkeit, sondern in der Anschlussfähigkeit. Jede Quelle verwendet ihre eigene Systematik, ihre eigenen Bezeichnungen und ihre eigene Granularität. Ein Lohnwert des BFS, ein Inserat im Job-Room und ein Kompetenzprofil aus ESCO lassen sich nicht ohne Weiteres demselben Beruf zuordnen. CVCoach setzt an dieser Stelle an und verbindet die Quellen auf der Ebene des einzelnen Berufs.
Der Umfang des Modells
Die Datenbasis umfasst 4'634 Schweizer Berufstitel, die einzeln zugeordnet sind. Hinter diesen Titeln stehen 1'324 Berufe, die an der internationalen Berufsklassifikation ISCO und an ESCO verankert sind. Aus ESCO stammen 14'141 Fähigkeiten. Dazu kommen rund 96'000 amtliche Stelleninserate, die täglich nachgeführt werden.
Die Unterscheidung zwischen Berufstitel und Beruf trägt das ganze Modell. Im Schweizer Arbeitsmarkt gibt es für dieselbe Tätigkeit oft mehrere Bezeichnungen, je nach Branche, Region oder Unternehmen. CVCoach führt diese Titel auf einen gemeinsamen Beruf zurück, statt jede Bezeichnung als eigene Einheit zu behandeln. Erst dadurch werden Lohn, Nachfrage und Fähigkeiten für denselben Beruf vergleichbar.
Ein Regelwerk als Kern
Methodisch beruht CVCoach auf einem Ontologie-Kern, also auf einem Regelwerk, das festlegt, wie Berufe, Merkmale und Zahlen zueinander stehen. Drei Grundsätze bestimmen den Aufbau.
Erstens erhält jeder Beruf genau einen Knoten. Dieser hängt fest an der amtlichen Schweizer Klassifikation CH-ISCO-19 und wird im Format von ESCO beschrieben. Damit bleibt jeder Beruf mit der offiziellen Statistik vergleichbar.
Zweitens werden Merkmale wie Branche, Stufe, Region und Fähigkeiten als Facetten am Beruf geführt und nicht als eigene Berufe. So vervielfältigt sich ein Beruf nicht künstlich, nur weil er in verschiedenen Branchen oder Regionen ausgeübt wird.
Drittens wird jede Zahl an genau einer Stelle gepflegt. Aus diesem Kern werden drei Datenbanken erzeugt, die je eine eigene Sicht auf dieselben Daten bieten.
Drei Sichten auf dieselben Daten
Die Faktendatenbank enthält Löhne und Nachfrage. Der Wissensgraph bildet Berufe und die Übergänge zwischen ihnen ab. Der Vektorraum dient dazu, Lebensläufe und Berufe inhaltlich miteinander zu vergleichen.
Der Wissensgraph beschreibt, welche Berufe Fähigkeiten miteinander teilen. Aus diesen Überschneidungen ergeben sich mögliche Übergänge zwischen Berufen. Wer in einem Beruf bestimmte Fähigkeiten erworben hat, findet über den Graphen jene Berufe, in denen diese Fähigkeiten ebenfalls verlangt werden, und sieht zugleich, welche Fähigkeiten für einen Wechsel noch fehlen.
Weil alle drei Datenbanken aus demselben Kern erzeugt werden, beruhen sie auf denselben Grundlagen. Ändert sich ein Lohnwert oder eine Zuordnung, wird die Änderung an einer Stelle vorgenommen und in allen drei Sichten übernommen.
Vom Lebenslauf zum Bericht
Die Analyse eines Profils folgt acht Schritten. Im ersten Schritt werden Lebenslauf und Fragebogen ausgelesen. Im zweiten Schritt sieht die Person, was gelesen wurde, und kann es korrigieren. Der dritte Schritt verankert die angegebene Tätigkeit im amtlichen Katalog und klärt, um welchen Beruf es sich handelt. Im vierten Schritt werden inhaltlich nahe Berufe gesucht und sortiert. Der fünfte Schritt ergänzt Nachbarberufe und fehlende Fähigkeiten. Im sechsten Schritt entsteht das Profil mit Lohnband, regionaler Nachfrage und Angaben zum Fachkräftemangel. Der siebte Schritt bildet eine Rangfolge, wobei jede Aussage mit ihrer Verlässlichkeit versehen wird. Erst im achten Schritt formuliert ein Sprachmodell den Text des Berichts.
Diese Reihenfolge hat einen methodischen Grund. Alle Zahlen im Bericht stammen aus der Datenbasis. Das Sprachmodell formuliert nur, es rechnet nicht und erfindet keine Werte. Die inhaltliche Arbeit ist abgeschlossen, bevor der Text entsteht.
Zwölf Messungen mit Quellenangabe
Der Bericht stützt sich auf zwölf Messungen, die jeweils auf eine Quelle zurückgehen. Die Passung je Rolle wird auf sechs Achsen bestimmt: Fachwissen, Soft Skills, Erfahrung, Markt, Interessen und Werte. Die Bewerbungsreife zeigt, wie nah das Profil heute an einer Rolle liegt. Der Lohn wird als Perzentil in der Verteilung des BFS ausgewiesen, ergänzt durch ein Lohnband je Rolle und Region. Die offenen Stellen stammen aus dem Bestand des Job-Room, einschliesslich des Rangs eines Berufs unter allen Berufen.
Der Fachkräftemangel wird über die Stellenmeldepflicht des SECO und über ein eigenes Mass für Engpässe erfasst. Der Beschäftigungstrend beruht auf Schweizer Zahlen von 2011 bis 2024 und wird mit dem gemessenen Fehler angegeben. Die KI-Berührung eines Berufs fasst den Konsens der Forschung je Beruf und je Tätigkeit zusammen. Der Skill-Abgleich stellt die Anforderungen aus Inseraten den Fähigkeiten gegenüber, die im Lebenslauf belegt sind.
Für mögliche Wechsel berechnet CVCoach Wege mit Distanz, Lohn, Nachfrage, Trend und der fehlenden Brücke zwischen zwei Berufen. Die verwandten Berufe richten sich nach der offiziellen Verwandtschaft gemäss berufsberatung.ch. Bei der Umschulung wird die Machbarkeit der Attraktivität im Markt gegenübergestellt. Schliesslich ordnet CVCoach die Berufe in 21 Berufsfelder, die sich nach der Tätigkeit richten und nicht nach der Branche.
Offene Methodik
Das Modell zeigt, was sich aus öffentlichen Daten über einen Beruf sagen lässt, und verbindet diese Angaben mit dem einzelnen Profil. Wo mehrere Quellen dasselbe aussagen, gilt die Zahl als gesichert. Wo sie sich widersprechen, wird dies im Bericht ausgewiesen, statt einen Mittelwert zu bilden. Quellen, Modelle und Rechenweg sind auf cvcoach.org/methodik offen dokumentiert. Der erste Befund auf cvcoach.org ist kostenlos und liegt nach wenigen Minuten vor.
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